geocaching fein serviert

Geocache löst Bombenalarm aus

mity! | 21.04.2006 22:40 Uhr | Kommentare: 13 | Kommentar hinterlassen
Einsortiert in Besondere Caches, Geocacher

:shock: Au backe! :shock:

Der Geocache Find hin and Find out I hat Freitag zu einer mehrstündigen Sperrung der Herner Schleuse und dem Anrücken des Kampfmittelräumdienstes geführt. Bei Blaulichtreporter.de heißt es als Meldung:

Gegen 8 Uhr haben Schleusenwärter in Herne einen bombenähnlichen Gegenstand aus dem Rhein - Herne Kanal gefischt. Das Rohr war mit Klebeband umwickelt. Daran waren zwei Elektrokabel angeschlossen. Da der Inhalt des Rohres nicht einsehbar war, wurde der Feuerwerker aus Düsseldorf zur Einsatzstelle gerufen. Vorsorglich wurde die Schifffahrt durch die Schleuse Herne - Ost und das gesamte Gelände um die Schleuse für Fußgänger gesperrt. Am Mittag gab es dann die Entwarnung. In dem Rohr war Beton eingelassen worden in dem die zwei Kabel eingelassen waren. Weiter befand sich ein Karte mit GPS Navigationsdaten. Der Hersteller des Schnitzeljagdobjektes stellte sich am Nachmittag der Polizei. Er wird die Kosten für die Sperrung des Kanals vermutlich bezahlen müssen.

Auf der Seite sind auch Fotos der “Bombe” zu sehen. Naja, das Ding sieht schon etwas suspekt aus, auch wenn die “Kabel” wohl eher ein Stück Wäscheleine oder ähnliches sind.

Allerdings kann man sich wohl ausmalen, was der Owner ‘eframan’ gerade durchmacht. Er hat sich inzwischen selbst im grünen Forum geäußert, wo die Meldung natürlich viel Aufregung aber auch schon viele Unterstützungsangebote ausgelöst hat.

Dort wird nun auch schon recht kontrovers über rechtliche Grundlagen und “sinnvolle” Cache-Orte diskutiert. Man kann wohl aber sicher davon ausgehen, dass der Owner sowas weder beabsichtigt noch vorhergesehen hat. Und sicherlich hat noch so manch anderer Geocacher da draußen ein Döschen (z.B. an Brücken oder Gebäuden), das im Zweifelsfall durchaus mal falsch verstanden werden könnte. Sowas haben wir doch bestimmt alle schon mal gesehen. Ich erinnere mich zum Beispiel noch deutlich an mein sehr ungutes Gefühl, als ich im vergangen Sommer nur eine Woche nach den Bombenattentaten in London eine kleine Plastikdose in Oxford wieder zurück unter eine Eisenbahnbrücke schob… Und auch polizeiliche Befragungen haben einige der Cache-Test-Dummies schon erlebt.

Es sollte sich wohl jeder Owner mal überlegen, ob sein Cache im Fall des Falles auch von außen harmlos wirkt. ‘West468′ denkt in seinem Blog schon mal darüber nach, wie man solche Vorfälle in Zukunft verhindern kann, wobei ich denke, dass wir wohl kaum erwarten können, dass die Polizei entsprechend geschult wird. Eine Beschriftung ist aber sicher häufig schon mal ein deutliches Zeichen. Nach meiner persönlichen “Empfindung” würde ich sagen: Je offizieller das aussieht, umso besser! Sprich: Ein gut gemachter Auf- bzw. laminierter Ausdruck, dass das Fundstück Teil eines Spieles ist, macht meines Erachtens nach einen seriöseren Eindruck als ein drauf gekritzeltes “Hände weg!”

Bleibt zu hoffen, dass die Sache für ‘elframan’ glimpflich abgeht!

13 Kommentare zu “Geocache löst Bombenalarm aus”

  • #1

    Schöner Beitrag!

    Ich habe mich auch schon gefragt, ob eine normale
    Privathaftpflichtversicherung so einen Vorfall abdeckt…
    Hoffe natürlich auch, dass sich der Ärger für den armen
    elframan in Grenzen hält. Andererseits toll zu sehen, wie
    die anderen Ruhrgebietscacher zu ihm halten.

    Erwarten kann man natürlich nicht, dass die Polizei auf
    die Erkennung von Geocaches geschult wird - aber
    vielleicht können wir Cacher auf die Polizei zugehen?
    Ihnen vielleicht kurz und knapp die Essentials zu
    Geocaching geben und darüber informieren, wo sie ggf.
    Caches auf Webseiten finden können?
    Ich denke noch mal drüber nach…

    Viele Grüße,
    West468

  • #2

    ‘Team_3′ hat bei uns schon mal angefangen, der Polizei in ihrer zivilen Erscheinungsform kurz und knapp zu erklären, worum es so beim Geocaching geht… *grins* Das war nachts um halb eins nach dem Absuchen einer Mauer (von außen) eines jüdischen Friedhofs in Berlin. Und eigentlich ist die Polizei eher auf ihn zugekommen. *prust*
    Nee, aber im Ernst: Klar kann man Polizisten im Einzelfall erklären, was man da so treibt (außerdem gibt es ja auch genug cachende Polizisten), aber eine groß angelegte “Aufklärungaktion” ist wahrscheinlich schwer durchführbar. Und dann hat unser Hobby ja doch auch was mit Konspiration zu tun, oder? Dem würde eine Werbekampagne “Geocachen ist harmlos” ja doch eher entgegenwirken. ;-)

  • #3

    Konspiration? Naja, irgendwie freut es einen ja schon,
    wenn die “Muggels” nicht wissen, was man gerade so treibt
    beim Heben eines Caches.
    Andererseits: “Guck mal, ein Geocacher” soll ja auch
    schon vorgekommen sein, und in dem Maße, wie das Hobby an
    Popularität gewinnt, gibts immer weniger “Muggels”; bei
    den vormals so genannten könnte man dann nur noch von
    Nicht-Cachern sprechen…

    Jedenfalls: bevor mir sowas wie in Herne passiert, ist es
    mir doch sehr viel lieber, wenn Polizisten Bescheid
    wissen. Zum Glück hat die Kripo in MS schon mal einen
    Cache “im Rahmen anderweitiger Suchmaßnahmen”
    gefunden und sich im Logbuch verewigt…

  • #4

    :lol: Das Kripo-Log hatte ich vor einiger Zeit schon in Deinem Blog gesichtet und bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen. :lol:

    Das ist doch toll, wenn auch mal Muggel (ob nun mit Dienstmarke oder ohne) einen Cache finden und dann tatsächlich eine Nachricht hinterlassen. Und noch toller, wenn man als Geocacher dann ein solches Log entdeckt.

    Ich weiß ja nicht, was das da in Münster für ein Cache ist, aber manchmal ist ja schon klar, das unsere Behältnisse offizielles Interesse hervorrufen können. Ich denke gerade daran, wie ich in Berlin mal mit ‘ner Ammobox durch einen Park spaziert bin, weil man sich am Fundort nicht lange aufhalten konnte (äh… eigentlich “durfte” :oops: ). Hab’ die Box zum Transport dann erst mal irgendwie mit ‘nem Pullover umwickelt und mir ein abgeschiedenes Plätzchen gesucht…

  • #5

    […] (via Cache TestDummies) […]

  • #6

    So kann eine Cachesuche auch enden…
    Sieht so aus, als wenn man sich die Verstecke doch lieber an Orten sucht, welche nicht von öffentlichen Interesse sind. Back to the roots, also in den Wald unter Wurzeln.

  • #7

    Puh! Zumindest was einen möglichen strafrechtlichen Teil der ganzen “Affäre” angeht, ist die Kuh vom Eis:

    Wie ‘elframan’ in einem Beitrag im grünen Forum schreibt, hatte er einen Vor-Ort-Termin mit der Polizei, ist auf zwei sehr nette Beamte getroffen, hat seine “Bombe” zurückbekommen, hat sich beim Schleusenwärter für die ganze Aufregung entschuldigt und hat strafrechtlich nichts mehr zu befürchten… - und ist erleichtert!

  • #8

    … dafür zeigt sich jetzt aber auch, dass das kein Einzelfall ist.

    Auch in Berlin haben wir jetzt einen Bombenfall!

    Mann, Mann, Mann… :roll:

  • #9

    […] Nach der ganzen Aufregung um die Schleuse in Herne haben wir nun auch in Berlin unseren kleinen Bombenfall! Der Cache Touch Down von den Himbeeren ist zur Zeit disabled, weil er lt. Log-Eintrag für eine Bombe gehalten wurde! […]

  • #10

    […] Das Geocaching in bestimmten Situationen zu Polizeieinsätzen führt, wissen wir spätestens seit den vermeintlichen Bombenfunden in Herne und Berlin. In beiden Fällen waren Muggel die Auslöser der Polizeieinsätze. Anders bei diesem Fall im englischen Bristol: Hier rief der überraschte Geocacher selbst die Einsatzkräfte zur Hilfe, denn er hatte auf der Suche nach dem Geocache Men of the Sea - GCXYBJ statt des Geocaches eine Dose voller Drogen gefunden. […]

  • #11

    […] Auf der anderen Seite wissen wir natürlich auch, dass (auch hier in Deutschland) schon die eine oder andere Polizei-Aktion durch Geocaches ausgelöst wurde. Und in Berlin gab es gerade den Fall, dass zwei Geocacher nach erfolgloser Suche auf einem stillgelegten Bahngelände als vermeintliche Buntmetall-Diebe festgenommen wurden. […]

  • #12

    […] Um Verlusten beim Muggeln entgegenzuwirken, ist es üblich, Geocaches mit kleinen Zetteln auszustatten, die unbedarften Findern erklären, was sie gerade in den Händen halten und es keine Bombe ist (IANMTU). Die Zettel, die ich bei einer schnellen Suche fand, fand ich alle zwar durchaus nett und erklärend, haben mich aber gerade nicht so umgehauen. Außerdem war es für den Cache, den wir legen wollten, vom Format irgendwie ungünstig. Da habe ich dann selber den Erklärbärwolf gespielt. […]

  • #13

    […] Freitag, 6. März 2009 21:07 Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikelkommentieren […]

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