Nun halten sie immer mehr Einzug in die Geocaching-Gemeinde, jene Hightech-Empfänger mit SIRFstar-III-Chipsatz, wie der allseits unter Geocachern beliebte und begehrte GPSMAP60CSx.
Diese aktuellen Chipsätze verfügen nicht nur über eine größere Genauigkeit - sondern sie haben eine eigene Firmware. Und somit rollen auf den Geocacher gleich zwei Update-Wellen zu: der Software-Update des Gerätes selbst und der Firmware-Update des Chipsatzes.
Garmin veröffentlicht zum Beispiel für seinen GPSMAP60CSx nicht nur das Unit-Update - also die Firmware des 60CSx - sondern auch die Firmware für den Chipsatz SIRFstar-III. Beides ist zu finden auf der Updateseite für den GPSMAP60CSx.
Das sich das separate Update der Chipsatz-Firmware lohnt, beweisen Anwenderberichte. Die möglichen Verbesserungen - wenn auch bereits aus dem Sommer - zeigt dieser Bericht im “Grünen Forum”.
Geht man davon aus, daß die jeweiligen Updates mehr Fehler beseitigen als sie neue mitbringen, steigt die Genauigkeit und Verfügbarkeit/Nutzbarkeit der ohnehin sehr guten Geräte weiterhin. Allerdings ergeben sich damit auch Probleme, mit denen bisher wohl nur wenige gerechnet haben:
Wie genau sind die angegebene Geocache-Koordinaten wirklich?
Bei der nachfolgenden Betrachtung wollen wir mal die Grundgenauigkeit der einzelnen Empfängerklassen weglassen, sondern nur die Folgen dieser Klassenunterschiede betrachten.
Eine Grundregel besagt, daß die Angabe eines Meßwertes nur so genau sein kann, wie das Meßgerät selbst. Was passiert aber nun, wenn die Meßgeräte - in dem Fall die GPS-Empfänger - immer genauer werden? Geocaches die vor zwei oder drei Jahren versteckt wurden, konnten von ihren Ownern gar nicht so genau eingemessen werden. Demzufolge weichen die angegeben Koordinaten unter Umständen schon mal mehrere “zehn-Meter-Stufen” von den heute zum Beispiel mit einem GPSMAP60CSx gemessenen ab.
Solche großen Abweichungen sind mit Sicherheit nicht die Regel, aber sie kommen vor. Wir waren zum Beispiel Anfang September auf Rügen bei der Urlaubsbücher-Tauschbox [GCY2MD]. Nun mögen bei dem Cache die angegebenen Koordinaten vielleicht wirklich nicht ganz stimmen - aber die größten Abweichungen zur tatsächlichen Fundstelle hatte der 60CSx von Polxs. Und dadurch stapfte er glatt am Ziel vorbei, was ihm wiederum nette Kommentare in dem Log von mity! und im Log von *Roy* einbrachte.
Das auch andere Geocacher mittlerweile mit dem Phänomen der “sich scheinbar bewegenden Geocaches” zu kämpfen haben, zeigt die Diskussion zum Beitrag “Garmins x-Update” bei 4LAGIG-DELUXE. Man achte in dem Zusammenhang besonders auf den Kommentar von “M.B.”, der über eine neue “Suchstrategie” nachdenkt.
Zwei-Klassen-Gesellschaft Geocaching?
Das Problem wird sich wohl weiter verschärfen. Zumal es auch einen sozialen Aspekt gibt: GPS-Empfänger wie der 60CSx schlagen in der europäischen Version momentan mit rund 600€ zu Buche. Natürlich(?) gibt es sie auch als Grauimporte mit amerikanischer Basemap - aber auch da bewegt sich in der Regel nichts unter 400€.
Ob diese Preise gerechtfertigt sind oder nicht, steht hier nicht zur Debatte. Aber man sollte bedenken, daß bei 600€ alleine für den GPS-Empfänger, nur ein begrenzter Kreis von Geocachern, das mit seinem Etat vereinbaren kann. Die Mehrheit greift für den Einstieg ins Geocaching wohl doch eher zu gebrauchten Geräten ohne SIRFstar-III, die es ab 100€ gibt. Aber auch nicht jeder “gestandene Geocacher” benutzt heute einen HighTech-GPS-Empfänger. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein - aber der für das Hobby zur Verfügung stehende Etat wird nicht ganz bedeutungslos bei dieser Entscheidung sein.
Das es, bedingt durch die technischen Unterschiede in der Genauigkeit, eben nicht zu einer Zwei Klassen-Gesellschaft im Geocaching kommt, liegt in der Verantwortung der Geocacher selbst. Bis jetzt ist die Gemeinde der Geocacher abgeklärt genug, und verfällt nicht in eine latente Diskussion um die Genauigkeitsangabe der einzelnen Geocache-Koordinaten. Vielleicht auch weil das Protzen mit Hightech nicht zur Mentalität eines Geocachers zählt, da “Geocachen ja doch eher etwas konspiratives an sich hat“. (Danke an mity! für diese schöne Formulierung!)
Was bleibt?
Die Schlußfolgerung für mich ist klar:
Es wird auch zuküftig so sein, daß neu versteckte Geocaches nicht alle mit HighTech-Empfängern eingemessen werden und es somit Unterschiede in der Genauigkeit der Koordinaten geben wird.
Und vielleicht ist das auch ganz gut so, schließlich erhöht es die Schwierigkeit und schafft Abstand zu den “Couch Potatoes“.


am 02.10.2006 um 11:16 Uhr :
Interessanter Artikel.
Ich muss allerdings sagen, dass ich “zu genau” nicht als Problem sehe. Ich bin jemand, der den technischen Aspekt und das Navigieren beim Geocachen schätzt und nicht unbedingt das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen.
Supergenaue Koordinaten machen mir daher besonders Spaß,
(unnötig) ungenaue können den Spaß beeinträchtigen.
Auf keinen Fall sollte man als Cacheowner schlampig ausgemessene Koordinaten damit zu rechtfertigen versuchen, dass man so den Cache für die Sucher anspruchsvoller machen will.
In Punkto Genauigkeit ist für meine Begriffe entscheidender als SiRFstar-III, wie viel Sorgfalt der Owner (und auch der Sucher) beim Ausmessen walten lässt. Dann kriegt man auch mit einem “Einsteigergerät” wie meinem Geko 201 brauchbare Koordinaten.
Der größte Vorteil des 60CSx wäre für mich, dass man (fast) immer Empfang hat. Die Empfangsprobleme des Geko gehen mir zugegeben schon häufig auf die Nerven, daher liebäugele ich auch mit dem 60CSx. Aber irgendwie bin ich auch stolz drauf, dass ich immer noch mit der Basis-Technik auskomme…
am 03.10.2006 um 09:02 Uhr :
Ich glaube nicht, daß es Owner gibt, die eine eigene “Selective Availability” einbauen, um die Koordinaten absichtlich ungenau zu machen. Eher tippe ich da auch schon auf mangelnde Sorgfalt - um nicht Schla..igkeit zu sagen. Und das ist unabhängig davon, welches Gerät der Owner hat. Auch mit einem 60CSx können falsche Koordinaten rauskommen, wenn der Owner sich keine Mühe gibt. HighTech heißt nicht immer “HighKnowHow” im Kopf des Anwenders - und da liegt mit Sicherheit ein großes Problem. Von der “Technikhörigkeit” mal ganz abgesehen.
Ich denke auch, daß die Empfangsprobleme in Wäldern etc. ein zunehmendes Problem sind, mit dem man sich nicht abfinden will. Auf der anderen Seite beweist es natürlich wirkliche Kenntnis von einer Sache, wenn man mit “Basistechnik” weiter kommt als mancher “Tecki“, der nicht weiß was er tut. Und auf diese Sachkenntnis kann man zu Recht stolz sein.
am 03.10.2006 um 15:40 Uhr :
Das “zu genaue” Einmessen mit den neuen HighTech-Geräten kann schon ein kleines Problem sein. Mir ist das nämlich schon passiert. Ein neuer Cache, der dich dann zu Koords führt, bei den ein “normales” GPS versagt, heißt den Empfang einfach verweigert. Die neuen SirfStar III haben scheinbar wirklich einen besseren Empfang in dichten Wald. Somit war es eigentlich nicht möglich die Stage zu finden (kleines Metallplättchen). Spoiler und Hint hielt Owner damals auch nicht für nötig. (Warum auch, er hatte ja keine Probleme).
am 19.10.2006 um 14:30 Uhr :
HI zusammen,
wie so oft im Leben ist es auch hier ein Zusammenspiel von Sender UND Empfänger, Verstecker UND Finder.
Will sagen, daß mir das beste Gerät nichts an Genauigkeit nützt, wenn der Verstecker +/- 20m Genauigkeit hatte.
Für mich waren beim letztendlichen Kauf des CSx eher das includierte Routing und die deutlich besseren Empfangseigenschaften entscheidend (hihi, und, daß wir inzwischen 4 Teams in der Familie haben, wo man Einsteigergeräte gut weitergeben kann).
Und glücklicherweise werde ich öfters durch weibliche Intuition von einer zu großen Technikhörigkeit abgehalten.
am 14.08.2007 um 19:57 Uhr :
[…] Und das bei zwei 60CSx, zwei Internetverbindungen und noch mehr Technik in der Hinterhand. Aber ich sag’ ja immer: Es kommt nicht auf die Technik an. Zumindest nicht auf die materialisierte Vielleicht lag es ja einfach an unserer Suchtechnik … […]
am 15.01.2008 um 09:53 Uhr :
[…] In großer Runde ging es dann um TomTom’s, Garmins und und und. Was mich allerdings immer wieder ein bisschen verwundert hat, ist die Tatsache, wie oft es um das neue Gummibären-Gerät von Garmin ging. Egal wie gerade der Dollar-Kurs steht, es werden sich nicht alle leisten können. Und dann geht das Gemoser um ungenaue Koordinaten wieder los … […]
am 04.04.2008 um 10:41 Uhr :
Hallo,
seit kurzem ist ein mit Garmin eTrex eingemessener Cache ca. 30m koordinatenmäßig nach N gewandert. Obwohl kurz, nachdem ich mir ein Garmin GPSmap 60SCx vor 1 1/2 Jahren zulegte, ich diese ursprünglichen Kords nachgemessen habe. Auch haben Cacher niemals groß etwas von Abweichungen geschrieben. Auf einem diesbezüglichen Hinweis vor kurzem habe ich sowohl mit Google-Earth und mit dem Gerät nachgemessen, daß sich die Stelle tatsächlich verschoben hat. Sie liegt jetzt auf einem Privatgrundstück, welches vorher niemand betreten hätte. Wenn man Logeinträge anderer bei anderen Caches verfolgt, sind ähnliche Feststellungen gemacht worden.
Gibt es dafür Erklärungen oder eigene Erlebnisse?
Mit Gruß Suchherb und seiner Suchnase Eika