geocaching fein serviert

Zecken-Alarm und Entwarnung

mity! | 23.05.2007 20:16 Uhr | Kommentare: 7 | Kommentar hinterlassen
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Es ist mal wieder soweit: Der Frühling lockt den Geocacher in Wälder und Wiesen. Und angesichts geradezu sommerlicher Temperaturen kommt man bereits in Versuchung mit T-Shirt durch’s Unterholz zu preschen und die langen Beine der Funktions-Hose beim Umherstreifen durch die Heide abzuzippen.

Doch dann tönte es vor ein paar Tagen durch alle brandenburger Radiostationen: Zecken-Alarm!

Zecken-Alarm

So wurde beispielsweise in einer Meldung des RBB vom 22. April 2007 gewarnt, dass in Brandenburg zehn mal mehr Zecken beobachtet wurden als im vergangenen Jahr. Soweit so richtig, denn nach Angaben eines regionalen Laboratoriums für durch Zecken übertragene Krankheiten in Brieskow-Finkenheerd wurden bei einer Zählung im April 2006 sieben bis zehn Zecken pro 100 Quadratmeter gezählt, in diesem Jahr waren es 75.

Was sich natürlich deutlich weniger prominent nachlesen lässt, ist die Entwarnung, dass (zumindest in Brandenburg) kein massives Borreliose- oder Frühsomer-Meningoenzephalitis-Risiko besteht. Nur etwa 8% der hiesigen Zecken tragen nämlich überhaupt die für den Menschen gefährlichen Bakterien bzw. Viren. Und nicht jeder Stich (die beißen nämlich gar nicht :wink: ) einer solchen Zecke führt zwingend zu einer Infektion.

Beim RBB gibt es übrigens in kurzer Form ein paar ganz nützliche Informationen rund um Zecken, das Infektionsrisiko, die Krankheitssymptome und Schutzmaßnahmen.

Einen ziemlich guten Schutz gegen die kleinen Biester erreicht man schon einfach durch das Tragen von langärmligen Sachen und indem man die Socken über die (langen) Hosenbeine zieht (was zugegebenermaßen recht uncool aussieht :? ). Auf den Regenschrim oder das Moskitonetz kann man dabei aber getrost verzichten. Denn die Legende von den Zecken, die sich von Bäumen auf arglos vorbei spazierende Geocacher stürzen, gehört ins Reich der Märchen. Viel lieber lassen sie sich von einem vorbeistreifenden Bein aus dem Gesträuch mitnehmen. Also: Beim Robben durch’s Unterholz bleiben die Hosenbeine angezippt!

Doch bei allem Schutz bleibt auch immer noch die Kontrolle. Nach dem “Off-Trail”-Einsatz sollte man mal schauen, ob man nicht doch einen unliebsamen Anhalter mitgenommen hat. Denn das Infektionsrisiko steigt, je länger die Zecke saugen kann. Zecke gefunden? Keine Panik! Weg damit: Am besten mit einer spitzen Pinzette oder einer Zeckenkarte die Zecke so dicht wie möglich an der Haut fassen und vorsichtig herausziehen. Nicht drehen oder quetschen. Und auch nicht zu den überlieferten Hausmitteln wie dem Bestreichen mit Öl, Nagellackentferner oder Klebstoff greifen. Die sorgen nur dafür, dass die Zecke im Todeskampf auch wirklich ihren gesamten Inhalt von sich gibt… :evil: (Hier gibt es mehr Informationen zum Entfernen einer Zecke.)

:!: Also noch mal zusammengefasst:

:arrow: dabei: lange Klamotten tragen

:arrow: danach: nach Zecken am Körper suchen

:arrow: im Ernstfall: Zecke mit Pinzette vorsichtig herausziehen

7 Kommentare zu “Zecken-Alarm und Entwarnung”

  • #1
    Avatar rabazzo meinte

    Habe mir extra helle Hosen zugelegt. Dann kann man die Zecken gut erkennen, wenn Sie gerade das Bein hochkrabbeln. Bei dunklen Hosen kann es nämlich passieren, dass man die Zecke übersieht und diese dann bis zum Hosenbund hochklettert, um einen dort zu stechen. Die Biester “wittern” nämlich wohin sie krabbeln müssen, um zu stechen und schlagen umgehend den Weg dorthin ein…

  • #2

    Ganz wichtig auch: Rucksack niemals auf dem Wald- oder Wiesenboden abstellen. Und wenn doch: Bauch und Rücken gründlich absuchen!

  • #3

    So krass war es aber bisher noch nie. Bei meinen beiden letzten Caches hatte ich rund 20 und beim anderen 30 Zecken auf der Hose. Die sind sowas von lästig, dass man kaum noch durch höheres Gras will.

    Helle lange Hosen helfen aber als Schutz und beim Absuchen nach Zecken wirklich ungemein. Ob irgendwein Spray (z.B. Autan) den Befall etwas reduziert sei dahin gestellt.

  • #4
    Avatar mic@ meinte

    Ich bin im Besitz einer Kopie des TBs ZeckAttack:
    http://www.geocaching.com/track/details.aspx?guid=ccdaf13e-d4c1-48c5-9731-ec1de4d8cc0f
    Auf der dazugehörigen DVD befindet sich ca. 42min Infomaterial.
    Wer eine Kopie benötigt, der sage mir einfach beim nächsten Berliner
    geo-Stammtisch Bescheid.
    Zeckenlose Grüße, Mic@

  • #5

    Eine ziemlich sichere Methode den Biestern Herr zu werden, ist der exzessive Verzehr von großen Mengen an Knoblauch. Das klappt zumindest bei Hunden. Ich denke mit der entsprechenden Dosierung ist dies durchaus auch auf Cacher übertragbar…

    Team_3

  • #6
    Avatar vanguard meinte

    Kann euch nur raten, die Ratschläge ernst zu nehmen. Mich hat es vor ca. 6 Wochen bei einem Wochenendausflug nördlich von Berlin erwischt. Die Zecke habe ich am Montagabend am Unterschenkel entdeckt und sofort mit einer Pinzette entfernt. Das war leider nicht schnell genug, denn 3 Wochen später bekam ich an dieser Stelle einen handgroßen dunkelroten Ausschlag. Der war zunächst nicht ringförmig, sodass der Hautarzt die falsche Diagnose gestellt hätte, wenn ich ihm nicht von der Zecke berichtet hätte. Jetzt nehme ich 3 Wochen lang Antibiotika (Doxycyclin). Der Ausschlag ist nach 10 Tagen fast verschwunden, weitere Symptome habe ich nicht.

  • #7

    Na dann auch auf diesem Wege noch mal gute Besserung zu Deiner Berufserkrankung!

    Und danke, dass Du hier einen “Erfahrungsbericht” eingestellt hast. Werde ab sofort jedenfalls vor Geocaching-Touren reichlich Knoblauch essen und mich hinterher gründlich absuchen. Eine Zecke hatte in diesem Jahr ja auch schon. :?

    Die erhöhte Sonnenbrandgefahr durch Doxycyclin ist ja momentan wohl eher kein so großes Handicap… :wink:

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