geocaching fein serviert

Ein Cache-Wochenende in Amsterdam

mity! | 30.06.2007 17:24 Uhr | Kommentare: 1 | Kommentar hinterlassen
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Irgendwann anfang des Jahres tischten ‘lichtje’ und ‘Holkf’ die Idee auf, zusammen mit ‘vanguard’ mal ein Cache-Wochenende in Amsterdam zu verbringen. “Klar, tolle Idee!” war die Reaktion von ‘Uschiih’ und mir.

I amsterdam

Und so wurden in den folgenden Wochen eifrig gemeinsame Termine gesucht, die eine oder andere Pocket Query gezimmert, Bahn-Tarife erkundet und adäquate Unterkünften ergoogelt.

steile TreppeGerade letzteres erwies sich als echte Herausforderung, denn es war gar nicht so leicht, eine Ferienwohnung für sechs Geocacher in City-Lage zu einem vernünftigen Preis zu finden. Aber letztlich machte ‘lichtje’ das scheinbar Unmögliche wahr und orderte eine gesamte Dach-Etage in einem typischen amsterdamer Wohnhaus. Der Vermieter warnte zwar: “Attention: stairs are steep and there is no elevator. So be prepared to do some ‘Dutch jogging’!”, doch das konnte uns natürlich nicht schrecken. (Aber er hatte recht! :wink: )

Tja, und so fanden wir uns dann nach sechsstündiger Bahnfahrt zu einem ausgiebig verlängerten Wochenende in der Hauptstadt der Giebel und Grachten, der Fahrräder und Tulpen, der Coffeeshops und Toleranz - und natürlich inmitten unzähliger Caches, die nur auf uns warteten…

Unser erster Cache wurde das Jan Roodenpoortstoren, ein Mikro der “Amsterdam Monument Series” mit liebevoll gestaltetem Cachelisting und vielen interessanten Infos zur Cache-Location. Hier galt es also erstmalig, im kleinen Rudel unauffällig zwischen all den anderen Touristen umherzuschauen und dies und das zu sondieren. Schnell war ein verdächtiges Objekt ausgemacht und etwas Rundes erfingert… Hmmm, nur ‘ne Neonröhre. :oops: Doch bei soviel konzentrierter Geocacher-Kompetenz konnte das Döschen sich nicht lange verbergen, und wir hatten die Freude, Unterschriften und Stempel in unserem ersten amsterdamer Cache zu hinterlassen.

rostige KlingelUnd so ging es dann an diesem und den folgenden Tagen für uns immer wieder entlang von Grachten und durch enge Gäßchen, wobei man weniger auf den Autoverkehr als auf die heranbrausenden Radfahrer achten muss. Höchste Gefahr besteht, wenn hinter einem ein Pfeifen ertönt - das ist der übliche Ersatz für die längst verrostete Klingel. Habe übrigens lange nicht so viele so heruntergekommene, völlig verrostete und plattfüßige Fahrräder gesehen wie in dieser Radfahr-Metropole. Ansonsten zeigte sich Amsterdam aber wirklich von einer liebenswerten Seite. Hier findet ein weltstädtischer Trubel auf einer kleinstädtischen Bühne statt. Oft reicht es schon, um zwei Ecken zu biegen, um von dichtestem Gedränge in eine ruhige Idylee zu kommen. Und umgekehrt…

Tretboot-CachingWir beließen es aber nicht nur bei der Erkundung der Gassen, nein, auch die Grachten waren nicht vor uns sicher. So war der Cache Amsterdam Urban 2, der mit 90m Entfernung am dichtesten an unserem Quartier lag, nur auf dem Wasserweg zu erreichen. Was uns dazu brachte, zwei Tretboote zu chartern und uns die Stadt mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das “Heben” des Caches unter einer kleinen Brücke wurde dann auch wirklich ein Heidenspaß. So stellt man sich Geocaching in Amsterdam vor!

ReisegruppeWas wir aber auch schnell einsehen mussten, war der Tatsache, dass hier wohl keine Rekorde in Hinblick auf die Anzahl der Funde zu erwarten waren. Die Cache-Dichte in der City ist gar nicht so hoch, wie wir ursprünglich gedacht hatten. Was allerdings auch daran liegt, dass es hier (wie ja in Berlin auch) recht viele Mystery Caches gibt, die wir erst mal ausgeblendet hatten. Und wir durften feststellen, dass hier offenbar ausgedehnte Multicaches ausgesprochen beliebt sind, bei denen selten weniger als sechs Station zu absolvieren sind. Allerdings waren diese dann in der Regel so wunderbar angelegt, dass es uns eine Freude war, mehrere Stunden durch die Stadt zu laufen und Aufgaben zu lösen für “nur” einen Cache.

bunte ModerneSo führte uns der Multicache Wladiwostok auf Java-Island herum und ließ uns immer wieder durch raffinierte Rätsel und Wortwitz schmunzeln. Am Ende gelang es uns sogar, den Cache einem niederländischen Cacher-Paar (kermit&piggy) vor der Nase wegzuschnappen, was uns wenige Augenblicke später einen netten Plausch und TB-Tausch bei einem Kaffee einbrachte. Danach führte uns eine Zehn-Stationen-Runde durch die Eastern Docklands, ein Neubaugebiet in ehemaliger Dock-Landschaft mit viel spannender, moderner Architektur.

Selbstverständlich haben wir uns auch für Geschichtliches interessiert… :wink: Es war uns eine große Ehre, dem ersten niederländischen Geocache, Amsterdam Urban 1 (er datiert auf den 21. Januar 2001), unsere Aufwartung machen zu können.

Eine tolle Überraschung gab es noch, als am Sonntag (wir waren gerade auf Java-Island unterwegs) bei mir das Handy klingelte und ich *roy* an der Leitung hatte, der mich fragte “Was machst’n Du gerade?” - “Tja, ist gerade ein bißchen schlecht, ich bin in Amsterdam beim Cachen.” - “Ich weiß.” - “…?” - “Ich seh’ gerade Deinen Stempel am Jan Roodenpoortstoren.” - “…!?!” Na sowas, da sind wir beiden Dummies zufällig zeitgleich in Amsterdam, ahnen nichts davon und genau in dem einzigen Cache, den ‘*roy*’ hier in Amsterdam macht, sieht er meinen zwei Tage alten Stempel-Abdruck. Toll! :grin: So haben wir uns dann abends noch auf ein Bier getroffen und konnten dieses Zufallstreffen gebührend feiern.

MysteryDoch - auch das soll hier nicht verschwiegen werden - einen traumatischen Cache hat es auch für uns hier gegeben: Chinatown. Dies war das einzige Mystery-Rätsel, das wir vorab gelöst hatten. Bereits am ersten Abend gingen wir freudig zum ermittelten Ort und suchten. Und suchten. Und… Nüscht! Nach einer halben Stunde fiel mir ein schmunzelnder Passant auf, der in einem unmittelbar benachbarten Haus verschwand. Nach wenigen Minuten kam er wieder an uns vorbei, grinste, sagte “I know where it is” und verschwand wieder. Beim dritten Mal konnten wir ihm noch entlocken, dass wir schon sehr dicht dran wären. Mehr Spoilerei wollten weder wir noch er. Schade eigentlich, denn auch nach drei weiteren Besuchen in den folgenden Tagen blieb uns dieser Cache verborgen. Und das, obwohl wir nichts unversucht gelassen haben (mehr über unsere Theorien und akrobatischen Übungen will ich hier nicht verraten).

mity! im GesprächAlles in allem waren das ein paar tolle Tage in Amsterdam. Für mich hat sich wieder mal gezeigt, dass man eine Stadt durch Geocaches einfach anders kennenlernt und in Winkel kommt, die einem sonst verborgen blieben. Wir hatten jedenfalls viel Spaß und haben viel gesehen. Einziges Manko: Man mag es glauben oder nicht, aber es ist mir an den viereinhalb Tagen in Amsterdam nicht gelungen, ein Matjesbrötchen zu bekommen… :wink:

[Ein paar weitere Fotos gibt es übrigens bei flickr zu sehen.]

Dieser Eintrag bezieht sich auf die folgenden Geo-Daten:
Caches: GC11EX8, GCZQC6, GCQ3KV, GC921, GCYV6W, GC192
Koordinaten: N52° 22.498' E04° 53.954'
Finde die nächsten Geocaches um die Koordinaten

Ein Kommentar zu “Ein Cache-Wochenende in Amsterdam”

  • #1

    Ja so kann es gehen ich war sehr überrascht als ich Mity!s Stempel im Logbuch sah, also erstmal ans Telefon und das ganze überprüft.
    Ist schon ein toller Zufall zumal ich nur einen Cache für den Länderpunkt in Amsterdam gemacht habe.

    Der Abend bei einem Bierchen in der nähe des Caches war toll und wir konnten ein bisschen über unser Hobby fachsimpeln.

    Geocachen verbindet.

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