geocaching fein serviert

Geotagging deluxe

mity! | 08.01.2008 13:40 Uhr | Kommentare: 11 | Kommentar hinterlassen
Einsortiert in Equipment

Ich stelle hier mal die These auf: Geocacher fotografieren gern. Und viel. Und gut. Kein Wunder, denn wer ist nicht schon durch Geocaches an großartige Orte geführt worden. Es soll sogar Geocacher geben, die fotografieren geradezu zwanghaft jeden gefundenen Cache mitsamt Log. …? Ach so, das bin ja ich selber. :oops:

GeotaggingWenn man nun schon permanent mit Kamera und GPSr durch die Gegend rennt, was liegt da näher, als die Fotos mit dem Aufnahme-Ort zu verknüpfen. Geotagging eben. Die Idee ist einfach: Die Digitalkamera speichert in den EXIF-Infos die Aufnahmezeit. (Analog-Fotografen sollten sich an dieser Stelle die Uhrzeit notieren. Naja, eigentlich könnten sie einfach auch gleich aufschreiben, wo sie das Foto gemacht haben…) In der Trackaufzeichnung des GPS-Empfängers findet sich ebenfalls eine Zeitangabe zu jedem aufgezeichneten Trackpunkt. Hinterher vergleicht man einfach die Uhrzeit des Fotos mit den Uhrzeiten im Track und bekommt so die Koordinaten des Aufnahme-Ortes heraus.

Leider erweist sich die Umsetzung dieser einfachen Idee in der Praxis als recht mühselig. Zumindest, wenn man die Koordinaten hinterher “auf Ewigkeiten gesichert” im dafür vorgesehen Feld der EXIF-Info direkt im Foto haben möchte. Es gibt inzwischen einen ganzen Sack voll Tools, die Geotagging anbieten. Aber bislang konnte keines so richtig das, was ich wollte. Oder sie liefen auf dem “falschen” Betriebssystem. (Ja, ich hätte auch gern einen Mac für meinen Systemzoo. Aber ich muss mich outen, dass sowohl meine Foto-Datenbank als auch meine Topo-Software auf einem redmonder Fenstersystem laufen.) Viele können ein GPX-File gegen eine Bilder-Sammlung laufen lassen und ein KML-File zur Darstellung der Bilder in Google Earth erzeugen. Einige können EXIF-Infos beschreiben, erwarten aber eine manuelle Koordinaten-Eingabe (mittels einer Karte). Eines kann kann nur NMEA-Logfiles lesen, ein anderes prima konvertieren… Usw. usw. Am Ende hatte ich mein Wunsch-Ergebnis nach fünf Arbeitsschritten mit drei verschiedenen Tools.

Bis hierher ist jetzt alles Vergangenheit. [Wie ich eben feststelle, ist dies übrigens durchaus eine Feststellung, die man sich gerne mal als Binsenweisheit des Tages über den Schreibtisch pinnen kann. :wink: ] Denn nun habe ich den GeoSetter. Und dieses eine Programm tut alles, was bisher mehrere mühsame Schritte erforderte und bietet sogar noch ein bißchen mehr Komfort und Möglichkeiten, als ich bisher hatte.

Eine schöne kleine Beschreibung des Arbeitsablaufes (um hier mal den arg strapazierten Workflow zu vermeiden) findet sich in einem Beitrag bei Kowoma und natürlich auf der GeoSetter Homepage. Darum gibt’s von mir hier nur die Highlights.

Man kann mit GeoSetter einzelne Bilder oder gleich ganze Foto-Verzeichnisse in diversen Formaten (sogar einige RAW) bearbeiten. Als GPS-Daten werden Trackaufzeichnungen im GPX- oder NMEA-Format erkannt. Da bislang noch nicht alle Lost-Place-Bunker mit einem GPS-Repeater ausgestattet sind, kann man notfalls aber auch Bilder über eine Karte (Google Maps) “verorten”. Der erste Knaller: GeoSetter erwartet nicht, dass ich ihm das richtige Tracklog heraussuche, ich kann ihm gleich mein gesamtes Trackverzeichnis vor die Füße werfen. Wer ein Garmin “x-Gerät” - also mit Speicherkarte - besitzt und Auto-Tracking aktiviert hat (der GPSr speichert für jeden Tag automatsich alle Tracks in ein GPX-File auf der SD-Karte), wird diese Möglichkeit nach einem dreiwöchigen Urlaub lieben!

GeoSetter

Für das Speichern der EXIF-Infos werkeln unter der Haube die bewährten EXIF-Tools von Phil Harvey. Damit ist für mich ein schonender und sicherer Umgang mit den wertvollen EXIF-Daten der Kamera gewährleistet.

Und dann der nächste Knaller: GeoSetter bietet an, zu den nun ermittelten Koordinaten auch gleich noch einen Namen zu finden! Dazu startet das Programm eine Abfrage bei Geonames.org und zeigt anschließend Land, Region, Ort und Ortsteil der Aufnahme. Da es für diese Informationen keine spezifizierten EXIF-Felder gibt, werden diese in die dafür vorgesehen IPTC-Felder geschrieben. IPTC ist EXIF sehr ähnlich, wird auch innerhalb der Bilddatei gespeichert, bietet aber die Möglichkeit viel mehr an bildbeschreibenden Informationen abzulegen.

So finden sich dann hinterher in einem Foto neben den üblichen Aufnahmedaten der Kamera auch noch Koordinaten wie “N52.26561667 E12.91549722” und die Ortsangabe “Deutschland, Brandenburg, Beelitz, Beelitz Heilstätten”.

Ergebnis Geotagging

Wer will, kann das ganze nun natürlich auch noch zusammen mit dem Track zu Google Earth exportieren und die letzte Geocaching-Tour noch mal in Ruhe vom heimischen Sessel aus abfliegen.

Einfach toll!

P.S.: Habe ich eigentlich schon gesagt, was der ganze Spaß kostet? Nun, also, äh, GeoSetter ist Freeware…

P.P.S.: Die Fotos und gezeigten Wegpunkte dieses Artikels sind absolut spoiler-free. :wink:

Dieser Eintrag bezieht sich auf die folgenden Geo-Daten:
Koordinaten: N52° 15.937' E12° 54.930'
Finde die nächsten Geocaches um die Koordinaten

11 Kommentare zu “Geotagging deluxe”

  • #1

    […] Howtos finde ich in Foren und einschlägigen Seiten. Tipps und Kniffe auch. Aber amüsant und pfiffig und liebevoll geschriebene und zugleich hilfreiche Texte gibts nur in Blogs. Ein Husarenstück in dieser Hinsicht hat mity von den Cache-Test-Dummies geliefert. Ganz weit vorn und zum Lesen unbedingt empfohlen: Geotagging deluxe. […]

  • #2

    […] Mity von den Cache-Test-Dummies hatte das gleiche Problem und hat sich im Web nach der Suche nach einem geeigneten Programm gemacht. Dabei ist er auf Geosetter gestoßen, das erfreulicherweise sogar noch Freeware ist und anscheinend das Schweizer Messer unter den Geotagger-Tools ist. Bei der nächsten Tour werde ich das Programm testen und die Ergebnisse hier posten. […]

  • #3

    […] Heute mit: Arne (ArDo), Cachen in Polen, Outbreak - die ersten Viren, Konstruktion vom Handy-Cache #3, dem Wintergrillevent von Elmar, GSAK, Garmin Colorado, Cache-Ideen, dem fabelhaften Bericht bei den Cache-Test-Dummies, Apple-GeoCaching-Software und einer Kindheitserinnerung an die GST. […]

  • #4

    […] dass ich erstmal das neulich von mity! vorgestellte Tool zum Geotaggen ausprobieren musste. Und als Mac-Anwender, der dafür eigentlich den GPS-Photolinker nimmt, braucht es halt etwas länger unter der Win-Dose […]

  • #5

    […] ExifTool hat aber nicht nur als eigenständige Anwendung Bedeutung erlangt. Es wird von vielen anderen Programmen zur Bearbeitung von Metadaten genutzt. Gerade beim zunehmend beliebter werdenden Geotagging von Fotos erledigt ExifTool meist hinter den Kulissen die Arbeit. […]

  • #6

    [Geotagging 2] Koordinaten zuweisen mit GPS und COPIKS PhotoMapper

    Im Artikel JOBO photoGPS - Geokodierung durch Fotoklick wurde ja schon erklärt was mit Geotagging gemeint ist. Hier stelle ich ein Programm vor mit dem man auf einfache Weise Fotos Koordinaten zuordnen kann. Wenn also ein Geocacher über ein GPS ver…

  • #7

    Es gibt noch ein anderes Tool, ebenfalls Freeware, jedoch mit geringerem Funktionsaufwand, welches GPS-Zeit und Foto-Zeit vergleicht und entsprechend die Koordinaten in die EXIF-Tags schreibt.
    Es ist der GPS-Track Analyser von GPS-Freeware.de

    Da ich den sowiso nutze, bin ich auf diese Funktion gestoßen.

    Gruß

    Moritz

  • #8

    […] Was ich kann: Den Fotos mit Hilfe von  GeoSetter (ausfürhliche Beschreibung bei den  Cache Test Dummies) ihre Geokoordinaten zuweisen, sogar in menschenlesbarer Form: […]

  • #9

    Wer sich die Arbeit mit dem synchronisieren sparen will hat es mit einem Foto-GPS zum Direktanschluss an die Kamera einfacher. Gibt es schon für eine Reihe von Nikon und Canon DSLR … Hersteller wie Dawntech oder Solmeta. Solmeta hat sogar ein Modell mit Kompass …

  • #10

    GeoSetter ist wirklich gut. Habe ich an meinem PC auch verwendet. Was empfiehlst du aber für MAC Nutzer?

  • #11

    Da es mir an Macs mangelt, kann ich auch nicht wirklich was empfehlen. Vielleicht kann Thomas was dazu sagen?

    Ich habe mit Geosetter mein absolutes Wunsch-Environment gefunden. Als ich mich damals “auf der Suche” befand, war mir - glaube ich - für den Mac der “GPSPhotoLinker” aufgefallen. Ist aber schon anderthalb Jahre her. Inzwischen gibt es da sicher noch viel mehr…

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