geocaching fein serviert

Gleisdreieck und Yorckbrücken - Lost Places mitten in Berlin

Thomas | 24.04.2008 09:33 Uhr | Kommentare: 8 | Kommentar hinterlassen
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Lost PlaceDer ungekrönte Star aller Lost Places scheinen ja im Moment die Heilstätten in Beelitz zu sein. Es machen sich ganze Heerscharen dorthin auf, so dass man ohne Hilfsmittel im Gedränge unterzugehen scheint. Dabei lässt sich anderswo so manch vergessener Platz seelenruhig erkunden. Ohne Gedränge öffnet die Vergangenheit ihr Antlitz dem Auge und Objektiv des Besuchers, so er den oftmals schmalen und verborgenen Zugang zu deren Seele zu finden vermag.

Einer jener Orte, die momentan den Schlaf des Vergessenen schlafen, befindet sich fast mitten im Zentrum von Berlin.Das Gleisdreieck befindet sich dicht am Potsdamer Platz Genau genommen sind es eigentlich drei einzelne Lost Places, die nahtlos ineinander übergehen und in Sichtweite des Potsdamer Platzes ihren Anfang nehmen. Es geht um ein Gebiet, dass sich vom Gleisdreieck über die Yorckstrasse bis zur Monumentenstrasse hinzieht.

Die Anreise erfolgt am Besten mit den U-Bahnlinien U1 und U2. An der Haltestelle “Gleisdreieck” steigt man aus. Nach dem Verlassen des U-Bahnhofes geht man links in Richtung der Brücken die Luckenwalder Straße lang. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten: Entweder wandert man vor oder hinter den alten Bögen entlang in südlicher Richtung. Wer die ganze Tour mit Geocachen anreichern will, kann zuerst mal auf die Suche nach dem Geocache Gleisdreieck gehen. Unabhängig vom Cachen sollte man sich aber auf alle Fälle vorher die Cache-Beschreibung durchlesen, die 21RockerzCrew mit viel Mühe zusammengetragen hat und die interessante Informationen zum Gleisdreieck bereithält.

Jetzt hält man sich zwischen den Schienen, die aus dem Tunnel zum neuen Hauptbahnhof kommen, und dem Zaun zum Deutschen Technikmuseum Berlin.

Die nächste Station des Ausfluges ist das verlassene Stellwerk des ehemaligen Postbahnhofs Luckenwalder Straße. Natürlich gibt es auch hier einen Geocache - “Rapunzels Stellwerk -Trainspotting-“. Die Cachebeschreibung ist lesenswert, da sie erklärt, welche Funktion und besondere Bedeutung es mal hatte. Auch wenn das Stellwerk in manchen Logs als Müllplatz bezeichnet wird, darauf sollte man nichts geben. Oder hat schon mal jemand einen “besenreinen Lost Place” gesehen?! Das wirklich besondere ist die Aussicht. Der Zusatz “Trainspotting” kommt nicht von ungefähr, hat man doch vom Stellwerk aus einen Blick auf die vorbeibrausenden ICEs als wäre man selbst Herr über Weichen.

Ehemaliges Stellwerk der Post

Allerdings sei angemerkt, dass die Originalschienen genau auf der anderen Seite am Stellwerk vorbei zum ehemaligen Postbahnhof führten.

Hat man genug Stellwerksmeister gespielt, geht es in südlicher Richtung weiter zu den Yorckbrücken als zweitem Lost Place. Ursprünglich handelt es sich um ein Ensemble von 45 Brücken, von denen heute noch ein Großteil existiert. Vor dem Besuch sollte man den Wikipedia-Artikel zu den Yorckbrücken lesen, um dann später vor Ort das eine oder andere Detail entdecken und deuten zu können.

Yorckbrücken

Heute nimmt langsam der Wald Besitz von den meisten Brücken. Am meisten beeindruckt ist man aber nach wie vor von deren Anzahl. Man hat das Gefühl sie hören einfach nicht auf. Und das obwohl einige bereits fehlen.

Wald mit GleisenDirekt an die Brücken schließt sich südlich ein Wald an. In seinem Inneren versteckt er ein dichtes Schienennetz, dass früher zu den Yorckbrücken führte. Damit hat man den dritten Lost Place betreten. Der Wald ist mittlerweile so dicht, dass man fast das Gefühl hat in einem Urwald zu sein. Auf alten Gleisen oder was davon übrig ist, kann man jetzt durch den Wald bis zur Monumentenbrücke streifen. Auf dem Weg dorthin gibt der Wald immer wieder das eine oder andere alte Signal preis, wenn er sein Dickicht gelegentlich etwas öffnet. Vermutlich war das auch Inspiration für Gabi ihrem hier platzierten Geocache, auf den ich gleich noch mal zurück kommen werde, den Beinamen “City Urwald” zu geben. Hat man die Monumentenbrücke erreicht, ist man zurück in der Zivilisation. Hier heisst es entweder einen Aufstieg suchen oder umkehren und zurück zum Gleisdreieck wandern.

Wir haben uns für den Rückweg zum Gleisdreieck entschieden, da wir auf dem Rückweg noch den bereits erwähnten Geocache Crossing the Bridge 2 "City-Urwald" Gleisdreieck machen wollten. Der als “Mystery” gelabelte Cache ist eigentlich ein “Tradi”. An die Koordinaten kommt man nur über den Hint. Allerdings sind sie wirklich weiter als gewöhnlich “daneben”. Auch mit dem Spoilerbild war nichts zu machen. Aber mein “Muggel aus Überzeugung” erwies sich als Joker: Erst fand sie an ganz anderer Stelle das Objekt vom Spoilerbild. Dann noch mal ein kurzer Blick auf das Spoilerbild und zielstrebig maschierte sie zu einer Stelle und schwupp die wupp hatte sie den Geocache in der Hand. Meine Freude auf den ersten DNF als Ijon Tichy wich spontaner Begeisterung ob der Leistung meines “Muggels aus Überzeugung”.

TB DHPAV2Den letzten Fund vor uns hat der Cache am 30. August 2007 erlebt. Also vor fast acht Monaten. Und als ich den armen TB sah, musste ich an aba denken, der in einem Podcast mal gefragt hat, ob man einen TB befreien darf, wenn er zu lange an einem Ort liegt. Eigentlich wollte ich mit dem Geraffel um TBs, Coins und was es da sonst noch so gibt nie was zu tun haben. Aber in dem Moment überkam mich das Mitleid und ich nahm ihn mit. Nachdem wir den Cache wieder entsprechend des Spoilerbildes mit allem “Zubehör” hergerichtet hatten, ging es über die Yorckbrücken vorbei am Stellwerk zurück zum U-Bahnhof Gleisdreieck.

Wie bei allen Lost Places gilt auch hier: Nicht zu lange Zeit lassen mit dem Besuchen, sonst ist alles weg. Auf einem Teil des hier beschriebenen Geländes soll der “Park Gleisdreieck” entstehen. An anderen Stellen wurde bereits mit den Arbeiten begonnen, so dass man sich also beeilen sollte.

Was die Geocaches anbelangt, kann man sie alle als etwas grenzwertig betrachten. Es gibt durchaus das eine oder andere Schild bekannter Art, an dem man vorbei muss. Zu Fuß ist alles gut zu erreichen. Auf das Fahrrad sollte man verzichten, wenn man den Teil zwischen Yorckbrücken und Monumentenbrücke besucht. Und ganz wichtig: Kinder haben meiner Meinung nach nichts auf solchen Touren zu suchen.

Ansonsten sind natürlich, wie immer bei solchen Ausflügen, Unmengen an Bildern entstanden, die ich demnächst noch hochlade. Und da mity! mir den Umgang mit TBs erklärt hat, kann ich nun auch endlich den Kleinen bei nächster Gelegenheit wieder weiter reisen lassen.

Dieser Eintrag bezieht sich auf die folgenden Geo-Daten:
Caches: GC11PYQ, GC14EBW, GCRNFB
Koordinaten: N52° 29.622' E13° 22.392'
Finde die nächsten Geocaches um die Koordinaten

8 Kommentare zu “Gleisdreieck und Yorckbrücken - Lost Places mitten in Berlin”

  • #1
    Avatar just meinte

    vielleicht solltest du beim dem tb bild den tracking code entfernen ;)

  • #2
    Avatar Banana Joe meinte

    Vielen Dank für den schönen Bericht.
    Jetzt ärgere ich mich gerade darüber, dass ich bei meinem Berlin-Besuch vor 10 Tagen nur 300m davon entfernt vorbeigelaufen bin. Wir haben den Cache am “Anhalter Bahnhof” und am “PoDa-Platz #3″ gemacht. Leider nicht am Gleisdreieck. Beim nächsten Besuch komme ich bestimmt auch hier vorbei.

  • #3

    @just:
    Deinen Kommentar habe ich von unterwegs gelesen. Zum Glück war Polxs dabei, so dass ich ihn fragen konnte, was es damit auf sich hat und warum der Tracking-Code nicht auf dem Bild zu sehen sein sollte. Nach dem er mir einiges erklärt hat, habe ich für mich die folgende Festlegung getroffen:

    1. Es gibt für mich keinen triftigen Grund einen Tracking-Code geheim zu halten
    2. Der TrackingCode vom Bild steht hier auch im Text. Wenn man Tracking-Codes geheim halten müsste, könnte man über keinen TB was schreiben. Und das wäre wiederum lächerlich.
    3. Falls die Gemeinschaft der Geocacher sich gegenseitig nicht vertraut und jemand einen TB annektieren kann, ist das nicht mein Problem. Soll ihn doch jemand annektieren - wenn er dann glücklicher ist. Es gäbe genug Wege zu beweisen, was mit dem TB geschehen ist.
    4. Und wenn die Geocacher sich schon gegenseitig nicht trauen, dann sollten sie mal alle schön zur Zauberseite von geocaching.com gehen und da anmahnen, dass am TB-Handling was verändert werden müsste.

    So, und damit bleibt das Bild wie es ist. Falls jemand triftige Gründe für das Geheimhalten des Tracking-Codes von TBs hat, sind diese hier aber gerne willkommen.

    @Banana Joe:
    Das ist dumm gelaufen. Aber beim nächsten Mal solltest Du das Gelände auf gar keinen Fall auslassen. Es ist wirklich genial.

  • #4
    Avatar vanguard meinte

    Ich bin immer darauf bedacht, dass die Reise eines TB so genau wie möglich protokolliert wird und ärgere mich bereits, wenn mir jemand einen TB weg-grabbt, weil ich ihn noch nicht geloggt habe und er zu ungeduldig ist. Unerlaubte Logs würden mich umsomehr ärgern.

    Du kannst einen TB über seinen öffentlichen Code referenzieren, in diesem Fall lautet er tracker=TB154RK. Die Existenz dieses Codes sollte Indiz genug sein, dass man den anderen nicht verwendet.

    Zitat von der TB-Seite: “Use TB154RK to reference this item.”

    Viele Grüße
    vanguard

  • #5
    Avatar mic@ meinte

    > So, und damit bleibt das Bild wie es ist. Falls jemand triftige
    > Gründe für das Geheimhalten des Tracking-Codes von TBs hat,
    > sind diese hier aber gerne willkommen.

    Es besteht dann leider die Gefahr, daß der TB archiviert wird.

    # http://forums.Groundspeak.com/GC/index.php?showtopic=94185
    # This means, if you never saw a bug, but got the bug number and
    # you log it, that bug is in risk of being taken out of the game.
    # Don’t do this to TB owners who inadvertently might post a photo,
    # or someone else posts a photo, of their TB number. Don’t log it
    # virtually. It’s considered abuse of the system. And it’s not fair
    # play.

    Bye, Mic@

  • #6

    Ja Thomas, mit den Beelitzer Heilstätten gebe ich dir recht - ein wahrer Pilgerort. Vor ein paar Jahren war’s noch richtig romantisch ruhig da. Vielleicht ändert sich das ja wieder durch die neuen Eigentümer.
    Umso mehr freut mich dein Tipp. Wenn ich mal wieder in der Nähe bin, werde ich auch mal am Gleisdreieck halt machen.
    cu Marc

  • #7

    […] noch mehr Besucher: Geocacher […]

  • #8

    […] Das Ende der Hochbahnbögen Bild von Cache-Test-Dummy Thomas Abgerissen, da sie der neuen Schienenführung im Weg waren. Mehr zur Gegend im Beitrag "Gleisdreieck und Yorckbrücken – Lost Places mitten in Berlin […]

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