geocaching fein serviert

Die “wuppel” Nachtcaches

Team_3 | 27.10.2008 12:33 Uhr | Kommentare: 2 | Kommentar hinterlassen
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Nachtcaches haben immer einen ganz besonderen Reiz. Einerseits hat es noch mehr vom Verborgenen und Geheimen, wenn man mit Taschenlampen durchs Unterholz krabbelt, andererseits werden hier auch manchmal die Urängste des Menschen vor der Dunkelheit angeregt. Genau, die “Urängste des Menschen”, darum ging es auch bei dem Cache Die Urängste des Menschen - Nachtcache (GC1GWKK) und dessen Bonus, zumindest dem Namen nach.

Zusammen mit EW742 sollte es eine erfolgreiche Nacht werden. Am angegebenen Parkplatz wird das Auto verlassen: „Taschenlampe dabei?“ „Logo!“ Stolz präsentiere ich meine Kurbeltaschenlampe mit LED Technik. Ich finde ja, sie ist völlig ausreichend und vor allem hat sie einen entscheidenden Vorteil: man ärgert sich nicht wegen leerer Akkus. Da habe ich schon mal einen Erstfund (GCPJFY) verschenkt, weil die Akkus vom GPS 80 Meter vor dem Ziel ihren Geist aufgaben. Als EW742 dann seine Taschenlampe zückt, wandert meine ganz verstohlen im die Jackentasche. Seine Lampe kann einen 5 qm großen Punkt in 100 Metern Entfernung projektieren. Ja, eigentlich reicht ja auch eine Taschenlampe. Aber schon nach ca. 200 Metern kann ich dann im Nahbereich mit meiner Funzel punkten. Terrain dreieinhalb Sterne, da sind so einige Löcher und Krater im Waldboden, wo EW742’s Laserschwert vorbeileuchtet und das Bein bis zum Knie verschwindet.

Maglite vs. Kurbellampe

Die Strecke ist gut markiert und wir kommen gut voran. Bis, ja bis es keinen Wald mehr gibt und auch keine Reflektoren. Da wo bis vor kurzem noch Bäume standen, liegen sie jetzt. Was sich die Natur in mühevoller Arbeit zurückgeholt hat, wurde auf einer Fläche von mehreren Hektar abgeholzt. Die Bäume taugen weder zur Holzgewinnung noch zum Weihnachtsbaumverkauf. Sie werden wohl alle im Ofen landen. Aber zurück zum Cache. Hier und dort blinzt dann doch noch ein kleines Reflektorstückchen hervor. Über Bäume kletternd geht es weiter. Das Final ist dann auch recht schnell gefunden, dachten wir. Die 3 Reflektoren waren an einem Eingang, also geht man hinein. Der Raum wird auf gründlichste nach einer Dose durchsucht. Alles wird durchsucht, aber soviel gibt es hier doch nicht. Etwas frustriert geben wir nach einer Stunde auf. EW742 zaubert dann noch einen Cache ganz in der Nähe hervor. Na gut, dann eben einen Trostcache denke ich. Ganz so einfach soll er dann doch nicht sein, 3 ergebnislose Anläufe hat EW742 schon unternommen und ist nicht über Station 1 hinausgekommen. Er meint ja, weil es immer regnete. Das ist heute nicht der Fall und ich bin frohen Mutes. Im Moment sind wir noch nicht einmal so weit. Zum Start sind es nur 800 Meter, allerdings liegen da ja die Bäume im Weg. Nach einer halben Stunde haben wir uns durchgekämpft. Kurz vor dem Startpunkt stehen dann einige LKW’s und ein Baucontainer. Davor lodern die Reste eines Lagerfeuers und ein Notstromaggregat dröhnt in die Nacht. Taschenlampen aus! (der Mond war auch sehr hell) Wir schleichen uns vorsichtig vorbei. Was mögen die wohl denken, wenn nachts jemand um ihren Baucontainer rum schleicht. Wir wollen es lieber nicht wissen und riskieren nichts. Station 1 ist alsbald erreicht. Nur der Hinweis mag sich nicht offenbaren. Na toll. EW742 hat aber eine Vermutung zur Station 2. Also dorthin. Es kann doch nicht sein, dass heute gar nichts geht. Der Mond wird heller und erste Nebelschaden wabbern heran. Station 2 halte ich dann ebenfalls für plausibel und der Hint wird auch gefunden. Ab zum Final und heben, was dann ausnahmsweise ohne nennenswerten Zwischenfall klappt. So wurde der Trostcache dann zu eigentlichen Nachtcache :D .

Die Urängste haben wir also noch nicht überwunden. Daran wird sich auch so schnell nicht ändern, es wurde weiter abgeholzt und der Cache archiviert:

October 18 by wuppel (252 found)
So, heute Kontrollgang gemacht, wollte eigentlich in den Wald, nur da war kein Wald mehr.
Ich war entsetzt über so viel Schwachsinn. Was wir den armen Staaten verbieten wollen, tun wir selber mit Wonne, wenn es dafür EU Gelder gibt. Eine Region die sich langsam von den Repressalien der militärischen Nutzung erholt, wird mal eben wieder zu einer Wüste verwandelt. Ich erspare euch an dieser Stelle Bilder. Ich habe mich durchaus mein ganzes Leben für die Naturerhaltung eingesetzt. Kommt zu mir nochmal so ein “Pseudo-Grüner”, erzählt mir vielleicht noch was von Feinstaub, zeige ich Ihm meine Kettensäge !
Danke an alle Findenden und Suchenden, Cache + Bonus eingesammelt.
Ich habe fertig!

Am vermeintlichen Final vom Nachtcache hätte man nach Koordinaten suchen sollen. Das passiert, wenn man das Log nicht richtig liest…grrr :( .
Mittlerweile wuppel hat ja einen neuen Nachtcache (GC1GWKB) in der Nähe gelegt. Ich hab mir mal schon vorsichtshalber ein paar Micro-Tradis in der Nähe rausgesucht um dann wieder wenigsten mit einem Trostcache nach hause zu fahren.


Eine Woche später

Der große Platzregen ist gerade vorbei und nur noch vereinzelte Regentropfen fallen vom Himmel. Allendings dürften Wald und Wiese pitschnass sein, also Cachen nach dem Geschmack nach EW742. Zur Unterstützung haben wir uns heute Steven94 mitgenommen. Mehr so zur moralischen Unterstützung, denn Steven94 hat sein GPS-Gerät nicht gefunden und die Akkus seiner Taschenlampe waren auch leer. Egal, dafür war ich diesmal bestens gerüstet. Einem großen Versandhandel sei Dank, gestern kam meine Mag-Lite 3D LED. Großartig, was man aus einer LED für Licht rausholen kann.

Aber nun geht es endlich los. Am Parkplatz steht schon ein Auto. Cacher! Wir sind also nicht allein Am letzten Samstag waren hier die Cacher gleich rudelweise unterwegs. Die Reflektorstrecke ist gefunden und die Suche geht los. An der 1. Station treffen wir dann auf Nofretete und hornesia. „Taucherbrille dabei?“ werden wir gefragt und dann verschwinden sie auch schon wieder. Was sie meinen, erschließt sich und dann alsbald. Die Schuhe und unteren Teile der Hosen sind jetzt durch, der Hinweis aber gefunden. Wenn man hier das Moos nur ein weinig… :o Nein, ich mache es lieber nicht, da sonst viele qm Wasser sich schlagartig durch die Schleuse zwängen und eine mehr oder weniger große Sintflut verursachen.

mit dem Maglite-Lichtkegel durchs Gebüsch

Kurz darauf verfolgen wir hornesia und Nofretete wieder. Weitere Stationen und Hinweise werden gefunden. An einer Station sind wir fast am Verzweifeln. Wir sehen sie, kommen aber vorerst nicht ran. Zumindest nicht trocken, oder was man als trocken bezeichnen kann, denn ein fieser Niesel hat eingesetzt. EW742 hat dann die zündende Idee. Satelliten senden ja nicht nur GPS Signale ;-) . Und ganz wichtig war hier wohl auch: Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Das mussten schon viele vor uns erfahren. So auch Nofretete und hornesia, welche wir fast unbemerkt überholten.

Falsch abgebogen sind wir dann trotzdem noch einmal. Wieder auf dem richtigen Weg, war das Final schnell erreicht. Dort müssen wir dann doch den Telefonjocker bemühen, weil wir wieder einmal nach dem Falschen suchen. Der Hinweis war doch für die letzte Station. Der Cache selber ist dann recht unspektakulär, weil nicht mehr viel drin ist. Die versprochene Coin ist schon raus, aber wohl noch nicht geloggt. Ich bin mir ziemlich sicher zu wissen, wer wieder mal mit dem loggen hinter herhängt. Egal.

Bevor wir den Cache wieder verstecken können treffen hornesia und Nofretete ein. Dann können sie ihn wenigstens verstecken. Ein Dritter gibt sich als wuppel zu erkennen. Nach kurzem Plausch fahren wir völlig durchnässt nach hause. Im Auto bildet sich ein seltsames Klima, eine Mischung zwischen Tropen und Moder. Was uns allerdings nicht davon abhält, beim goldenen M schick essen zu gehen.

Fazit: Eine sehr schöne nächtliche Runde, für die man 2-3 Stunden einplanen sollte, die es aber auch Wert sind. Auch im Regen.

2 Kommentare zu “Die “wuppel” Nachtcaches”

  • #1

    Das freut ich außerordentlich, dass der Nachtcache “Hart an der Grenze” (GC1GWKB) nach der anderen Pleite in der Schönower Heide so gut angenommen wurde. Ich dachte, ich mach mal ganz ohne technichen Schnickschnack, da es davon ja schon sehr gute (Favorit: “The Mystic Night Train” (GC18NDY) gibt. Dank an alle, für die schönen Logs und die tollen Gespräche mit einigen Findern. Da ich ganz in der Nähe wohne, ist man dort auch nie vor mir sicher, wenn mal grad dort vorbei komme. LG wuppel.

  • #2

    Sehr nette Story werden wir im Sommer wohl auch mal machen.

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