geocaching fein serviert

mity!s Kleine Korsika Fibel I

mity! | 04.11.2008 10:00 Uhr | Kommentare: 4 | Kommentar hinterlassen
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Wenn mity! eine Reise tut, dann kann er was erzählen…

Und auch schreiben. Nun war ich also für drei Wochen auf Korsika. Und wollte hier natürlich kurz berichten, was es da zu erleben gab. Naja, beim Schreiben musste ich feststellen, dass ich alte Plaudertasche mich natürlich nicht kurz fassen kann. Also ist ‘ne kleine, vielleicht lehrreiche Serie draus geworden. Im ersten Teil bin ich…

Unterwegs auf Korsika

am Wegesrand

Erste Lektion: Traue nicht dem GPSr!

Jedenfalls nicht, wenn Du im Auto sitzt und Dir der kleine Kerl vorschlägt, wo Du langfahren sollst. Fürs Routing sorgte bei mir eine (zugegebenermaßen nicht top-aktuelle) City-Navigator v9. Stutzig wurde ich bereits auf der Fahrt vom Flughafen zu unserem ersten Quartier. Die berechnete Route führte auf der eingeblendeten Topo-Karte („Topo IGN Mittelmeer“) plötzlich mitten durchs Grün. Also, da war keine Straße mehr zu sehen. Weiteres Hineinzoomen offenbarte schließlich einen gestrichelten Wanderweg. Schluck. Da sollen wir langfahren? Lieber nicht. Und das war gut so, denn die vorgeschlagene Streckenführung wäre wohl selbst für Allrad-Freunde eine unlösbare Aufgabe gewesen. Und das blieb kein Einzelfall. Immer wieder wollte die City Navigator hier über Forst- und Wanderwege dubiosester Beschaffenheit abkürzen. (Ich bin ja eigentlich kein Autofahrer, aber: ja, ich hatte meinem 60er gesagt, dass ich mit dem Auto unterwegs bin.) Auch einige Experimente mit weiteren Routingoptionen brachten keine weniger „sportlichen“ Streckenführungen zu Stande.

Die nicht unerhebliche Investition in die französiche Topo-Karte für den GPSr (ein Elftel von Frankreich für 130€) war aber Gold wert. Und zwar nicht nur für den Händler. Die Daten erwiesen sich mitunter sogar zuverlässiger als das entsprechende Papier-Kartenblatt im Maßstab 1:25.000 und gab uns bei so mancher Wanderung durch unübersichtliches Gelände das gute Gefühl, auf dem rechten Weg zu sein.

Zweite Lektion: Unterschätze nie die Entfernungen.

Das heißt: Eigentlich war das Problem ja weniger, die Entfernung zu einem Ort einzuschätzen. Das klappte prima. Wozu hat man denn einen GPSr und eine Papierkarte und ist seit mindesten einem Vierteljahrhundert Topo-Freak. Aber den sich aus einer Entfernungsangabe ergebenden Anfahrtsaufwand habe ich doch anfangs gnadenlos unterschätzt. So lag der nächstgelegene Cache 11km Luftlinie von unserem ersten Quartier entfernt. Wenig, oder? Leider standen der Luftlinie aber ein paar Berge im Weg.

Track

Also mussten wir den Vorgaben der Straßenbauer folgen. Und die sahen vor, die Strecke mit Hilfe von ein paar Kurven und Serpentinen kurzweilig und zugleich höhenüberwindend zu gestalten. Dummerweise verlängerte sich der zurückzulegende Weg dadurch auf 40km. Geht ja noch. Allerdings wie schon angedeutet nicht in gerader Linie sondern eher phantasievoll geschwungen. Und plötzlich braucht man für diese Strecke anderthalb Stunden…

Womit wir auch gleich zur dritten Lektion kommen: Schmale Linien auf der Karte sind in der Realität schmale Straßen, breite Linien auf der Karte sind – äh… schmale Straßen.

schmal mit MittelstreifenStraßen, die so breit sind, dass sich zwei Autos darauf passieren können, sind was für Anfänger. Nein, es genügt völlig, wenn ein Kleintransporter gerade noch so seine linken und rechten Reifen (gleichzeitig) auf den Asphalt bekommt. Um zu kennzeichnen, dass es sich nicht um eine Einbahnstraße handelt wird dann aber natürlich trotzdem noch eine Mittelmarkierung aufgemalt. Fertig ist die korsische Bergstraße. (Die verbleibende Breite je Richtung genügt dann aber gerade noch den Mindestanforderungen an einen nutzungspflichtigen Radweg in Deutschland.) Was einem bleibt, ist die bange Hoffnung, dass einem hier kein Reisebus entgegen kommt (sowas führt üblicherweise zu langwierigen Rangiermanövern aller Beteiligten zwischen Felswand und Abgrund), und der Zuhause ja viel zu selten zur Anwendung gebrachte Einsatz der Hupe vor Kurven, um zumindest auf die eigene Existenz aufmerksam zu machen. Denn, wie stand es so schön in einem unserer Reiseführer: „Korsen sind keine besseren Autofahrer - nur schnellere.

Übrigens müssen sich selbst die sonst stellenweise autobahnähnlich ausgebauten Routes Nationales in Ortschaften mitunter durch abstrus enge Gassen winden. Wo man sich auf dem knappen Straßenraum dann natürlich auch noch mit parkenden Autos, spielenden Kindern, aufgebauten Caféhaus-Tischen, umherschlendernden Greisen und herumstehenden Kühen arrangieren muss. Und natürlich mit entgegenkommenden Sattelschleppern…

mity!s Kleine Korsika Fibel

Dieser Eintrag bezieht sich auf die folgenden Geo-Daten:
Caches: GCGJ2Z

4 Kommentare zu “mity!s Kleine Korsika Fibel I”

  • #1

    LOL
    Ich mußte auch in Korsika quer über die Insel hin und her Auto fahren. Ich kann Deiner Beschreibung der Straßen nur beipflichten. :D

  • #2
    Avatar Annett meinte

    Whow! Das liest sich ja spannend *ggg*.

    Liebe Grüße aus Hamburg
    schickt frau tÖse

  • #3

    […] Ist es wirklich schon so spät? Da war doch noch irgendwas… Jedenfalls bin ich gerade über diese Worte aus dem November letzten Jahres gestolpert: Nun war ich also für drei Wochen auf Korsika. Und wollte hier natürlich kurz berichten, was es da zu erleben gab. Naja, beim Schreiben musste ich feststellen, dass ich alte Plaudertasche mich natürlich nicht kurz fassen kann. Also ist ‘ne kleine, vielleicht lehrreiche Serie draus geworden. […]

  • #4

    So, nun ist es eeeendlich soweit: Teil 2 ist online!

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