geocaching fein serviert

Über den Gebrauch von Brechstangen

mity! | 03.08.2010 08:59 Uhr | Kommentare: 6 | Kommentar hinterlassen
Einsortiert in Geocacher

Eigentlich nähere ich mich Themen ja ganz gerne mit einem gewissen Augenzwinkern und auch Selbstironie. Oder mit Sarkasmus. Und auch wenn ich natürlich längst nicht alles gutheiße (das wäre ja noch schöner), so unterstelle ich doch eigentlich niemandem von Grund auf böse Absichten. Und kann üblicherweise Verständnis aufbringen. Aber im Moment…

DosenruineWas los ist? Naja, ich habe mich ja daran gewöhnt, ein bis zwei mal im Jahr an meiner (einzigen) kleinen Cache-Konstruktion eine neue Filmdose anzubringen, weil die alte “verschlissen” ist. Nun kann man sich fragen, was an so einer Filmdose verschleißt. Okay, eine gewisse “Abnutzung” an einem Cache und seiner Tarnung, wenn beides den Gewalten von viereinhalb Jahren Wind, Wetter und Jahreszeiten sowie den Unbillen einer inzwischen etwa 200fachen Suche ausgesetzt ist, ist sicherlich normal. Aber seien wir ehrlich: Die Filmdosen sind zertrümmert.

Wie es dazu kommen kann? Ja, hier setzt noch ein Stück weit mein übliches Verständnis ein. Es gibt als Schutz vor Muggel-Zufallsfunden einen kleinen “Trick”, einen unkomplizierten und in meinen Augen eigentlich leicht zu durchschauenden Mechanismus, um an das Objekt der Begierde zu kommen. In der Folge hat die an einer Schnur befestigte Dose noch eine winzige Hürde von der Größe eines Schraubenkopfes zu überwinden. Eigentlich keine unlösbare Aufgabe, für die es als einziges Werkzeug ein klein wenig Gefühl (zum Beispiel in Form einer leichten Schüttelbewegung beim Ziehen) bedarf.

Nun ja, Geschick und Geduld oder Überlegung und Gefühl sind nun aber offenbar Tugenden, die immer weniger Cachern unter dem stetig steigenden Statistikdruck gegeben sind. Womit reagiert man auf einen Widerstand beim Ziehen? Mit mehr Zugkraft! :evil:

Nachdem mir vor drei Monaten eine für 50kg Zuglast ausgelegte Drachenschnur durchgerissen wurde, habe ich eine verstärkte Schnur verbaut. Und folgenden Hinweis in das Cache-Listing geschrieben:

Bitte den Cache gefühlvoll bergen. Krafteinsatz ist absolut nicht notwendig!

Und was ist das Ergebnis, nur wenige Wochen später? Dose Nummer 6 ist zertrümmert. Die Unterlegscheibe, an der die Schnur befestigt ist, wurde durch den Dosenboden gezerrt. (Die Schnur hat diesmal gehalten…) Und die Unterlegscheibe ist nicht unerheblich verformt.

Wo rohe Kraefte sinnlos walten

Wieviel Kraft muss man wohl aufwenden, um eine Unterlegscheibe so zusammenzufalten?!?

*verständnisloseskopschütteln*

6 Kommentare zu “Über den Gebrauch von Brechstangen”

  • #1

    Respekt, So eine Lochleibung zu erreichen ist echt nicht einfach ! !!! Leider gibt es immer wieder solche Kraftprotze. Wie die mit ihren dicken FIngern die kleinen Tasten auf dem GPS bedienen, ist mir ein Rätsel.
    gruß,
    matzotti

  • #2
    Avatar Travelling Jack meinte

    Haloa!

    Tja, lieber Owner, das bist Du doch selbst schuld!
    Die Zeit der respektvollen Behandlung von rar gesähten Geocaches durch respektvolle feinmotorisch trainierte Geocacher ist lang vorbei.

    In Zeiten, wo selbige Geld ist, Statistikwahn rulezzzzzzzzt, Feinmotoriker eine aussterbende Generation und Geocaching eine Massenhysterie geworden ist, kann man doch nicht erwarten, dass Plastik, Kordel und Metall lange hält.

    Nein, mein Freund, da hättest Du schon Bunkerbeton mit ordentlich Bewehrung …

    Okay, Ernst beiseite.
    Heutzutage muss man sich genauestens überlegen, was man wohin legt. Alles andere macht keinen Spaß. Weder der Natur noch Dir selber.

    Das ist die traurige Realität.
    TJ.

  • #3
    Avatar wuppel meinte

    na hatte ich auch aber will nicht jammern ;-)
    man hatte immerhin eine funktionale idee das döschen zu heben!
    stock angespitzt und so reingerammt, dass der stock andere seite wieder raus kam!
    dann die durchschossene dose samt stock wieder deponiert, damit’s die nachfolgenden nicht so schwer haben.
    davon hab ich sogar ein bild gemacht, http://img.geocaching.com/cache/log/b0c56cb4-931a-4e01-a0db-e960c5b504dc.jpg
    wie mein vorredner schon schrieb… selbst schuld!
    edelstahlbehälter nehmen! :-P
    gruß an alle verstand’s- cacher

  • #4
    Avatar TrIIian meinte

    Bei Berlin Castle ist es ähnlich: Alle paar Wochen muss die Dose ersetzt werden. Im Listing gibt es einen sehr deutlichen Hinweis auf ein Tool, das sogar vor Ort zur Verfügung gestellt wird(!), trotzdem lautet jeder 3. Logeintrag “auch ohne Tool gehoben”. Entsprechend mitgenommen sieht die Dose aus… Oder sie ist 10 cm tiefer gelegt und damit quasi unhebbar.

    Ich habe den Eindruck, dass die Wartungsintervalle sich zusehends verkürzen.

    Beste Grüße
    TriIIian

  • #5
    Avatar LordHorst meinte

    Tja, warum sollten nur Leute leiden, die Support in Sachen Computerfragen geben?
    Da werden lustig Kabel angesägt (”Sonst passt es ja gar nicht in den Anschluss! Was für einen Schund haben Sie mir da verkauft!”) und RAM-Riegel durchgebrochen (”Ich hab sie an den Sollbruchstellen durchgebrochen und jetzt funktionieren sie nicht mehr!”) und vieles andere mehr.

    Ich meine, im Prinzip sind diese Leute auch nicht dümmer als Durchschnitt, aber bei einigen scheint das Brett vor dem Kopf so fest zu sitzen, dass sie gar nicht merken, dass Kabel nicht angesägt und RAM-Riegel nicht durchgebrochen werden müssen (bzw. dass RAM-Riegel ganz einfach kaputt sind, wenn man sie durchbricht).

    Bei Geocachern scheint das nicht anders zu sein. “Hm, wieso kommt die Dose da jetzt nicht raus? Die hakt doch irgendwo, muss ich wohl kräftiger ziehen!”
    Wahrscheinlich regen die sich dann noch über die “schlechte Konstruktion” auf, wenn sie eine zerstörte Filmdose in der Hand halten.

  • #6
    Avatar Sebastian meinte

    Auch das ist Fortschritt, früher cachte man zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, heute mit dem Auto. Und wenn ich jetzt ein mitgebrachtes Seil meinem Auto und an deinem Seil befestige, dann muss ich sagen: “Hut ab!”, so sanft fahren nicht viele an. [/Ironie]

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